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Die Geschichte der Elektromobilität

1834: Thomas Davenport konstruierte das erste mit Batterie betriebene Fahrzeug und betrieb es auf einer kurzen Strecke. Die batterie ist noch nicht wiederaufladbar und der Antrieb auch nicht sehr gut geeignet für den Einsatz in FAhrzeugen.

1859: Der französische Physiker Gaston Planté erfindet den Bleiplattenakkumulator.

1866: Werner von Siemens entdeckt das dynamo-elektrische Prinzip

1879: Die erste elektrische Lokomotive fährt in Berlin (steht jetzt im Siemens-Museum in Berlin)

1882: Am 29. April fährt das erste elektrische Auto über den noch unbefestigten Kurfürstendamm in Berlin. Es ist ein hochrädiger Jagdwagen, der aus einer Oberleitung gespeisst wird und daher der Urahn aller Oberleitungsbusse ist.

1886: In London wird das erste mit elektrischen Batterien betriebene Auto vorgestellt

1897: In Nürnberg wird das erste elektro-mobile Feuerwehrfahrzeug gebaut. Mit ein und derselben Kupplung wurden wahlweise die Pumpe oder der Fahrbetrieb eingeschaltet. Berlin hatte etwas später viele elektrische Feuerwehrfahrzeuge, die Nabenmotoren von Lohner-Porsche hatten (sie waren wirtschaftlicher als mit Pferden angetriebene Feuerwehrfahrzeuge).

1889: In den USA stellt Thomas A. Edison sein Elektrofahrzeug unter dem Namen "Electric-Runabou" vor.

1893: Auf der Weltausstellung in Chicago werden die Besucher mit elektrischen Fahrzeugen durch das Gelände gefahren.

1899: Die erste Elektro-Droschke wird in Dienst gestellt. Ein Elektrostraßenfahrzeug, gesteuert von dem Belgier Camille Jenatzy, erringt den Geschwindigkeitsweltrekord für Straßenfahrzeuge mit 105,88 km/h auf der internationalen Motorwagen-Ausstellung in Berlin. Dort werden viele "Elektrische Selbstfahrer" vorgestellt. Aussteller sind die Berliner Firma Kühlstein, die Gesellschaft für Verkehrsunternehmungen, die Kölner Allgemeine Betriebsgesellschaft für Motorfahrzeuge, die Fahrzeugfabrik Eisenach, die Kölner Firma Heinrich Scheele, die Berliner Firma Krüger und noch einige mehr. Auch ein erster Hybridantrieb wird von einer Lütticher firma vorgestellt. Die Firma Lohner stellt zwei Wagen mit den von Ferdinand Porsche entwickelten Radnabenmotorenaus. In den Vorderrädern war je ein Motor von 2,5 PS eingebaut. Nach der Jahrhundertwende wurden viele Elektrofahrzeuge in Deutschland angeboten. In Berlin gab es allein 13 Automobilfirmen, die Elektrofahrzeugebauten. Ebenso entstanden viele Akkumulatorenwerke. Diese erste Generation von von Elektro-Mobilen ließen Ihre Abstammung von der Pferdedroschke noch gut erkennen. Die nächste Generation der Elektroautos in Deutschland hatte schon eine Motorhaube, wie die parallel dazu entwickelten Verbrennungsmotorfahrzeuge. Unter der Motorhaube waren die Batterien untergebracht. Elektroautos zeichneten sich aus, weil sie leise und abgasfrei waren und keine "Stinkkarren", wie Kaiser Wilhelm II. die Verbrennungsmotorfahrzeuge nannte. Der Kaiser hatte einen Mercedes-Electrique aus dem Daimlerwerk in Berlin-Marienfelde, der nach dem Lohner-Porsche System hergestellt war. Ihr Vorteil war auch, dass Sie einfach zu bedienen waren und nicht angekurbelt werden mussten. (Der elektrische Anlasser wurde erst um 1910 entwickelt.) Dies war vor allem für Frauen als Fahrerinnen sehr angenehm: sie brauchten keine Hilfskraft. Auch deshalb waren die Luxusautos in Amerika Elektroautos.

1900: Um die Jahrhundertwende gab es inden USA mehr als 15000 Elektro-PKW.

1901: In Berlin und München fahren die esten Elektro-Nutzfahrzeuge im Paketzustelldienst (Test)

1905 bis 1910: In Berlin und in anderen Städten wurden viele Droschkenunternehmen gegründet, die nur mit Elektrodroschken fuhren. Die Elektrodroschke war wegen ihres ruhigen Laufes, ihres geringen Wartzungsbedarfs, ihrer Betriebssicherheit und sogar Wirtschaftlichkeit sehr beliebt. Es gab Batterieladestationen und Batterietauschstationen.

1909: Die Berliner Elektrizitätswerke, die heutige BEWAG, hat Elektrolastwagen zum Kohletransport.

1914: Die Post hat 220 Elektrofahrzeuge in Betrieb.

1920: Slaby und Behringer produzieren ihren einsitzigen und später auch zweisitzigen SB-Wagen. Aber allmählich wurden die Verbrennungsmotoren immer zuverlässiger und leiser und der elektrische Anlasser in Serie eingebaut; er kompensierte in Verbrennungsmotorfahrzeugen den Bedienungsvorteil des Elektroautos.

1945: Es gibt 22.000 Elektroautos in Deutschland.

Quelle: Hybrid-, Batterie- und Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge, Technik, Struckturen und Entwicklungen,        4. Auflage, Expert Verlag